Montag, 21. Dezember 2009

19.09.1754

Liebes Tagebuch,
langsam aber sicher gewöhne ich mich an dies alles hier. Ferdinant hat mir bestätigt, dass das Gefühle lesen und Taten beeinflussen meine dunkle Gabe ist, noch macht mir das alles ein wenig Sorgen, es gibt Gefühle, die ich einfach nicht spüren oder wahrhaben will. Die wenigen Stunden die ich mit Lorenz im Moment verbringen kann vergehen immer viel zu schnell, doch er meinte, wenn ich ersteinmal alles Überlebensnotwendige gelernt habe, hätten wir mehr Zeit füreinander. In der Zeit in der wir alleine sind, führen wir oftmals einfach nur Gespräche, in denen es um die ganzen Fragen geht, welche ich Ferdinant einfach aus Scham nicht stellen kann. Lorenz hat mir gestern von seiner Verwandlung damals erzählt, es war sehr interessant, aber stimmte mich zunehmend traurig. Ich will seine Geschichte nun nieder schreiben, auch wenn es mir eigentlich nicht zusteht.
Lorenz war ein stadtlicher junger Mann der für seine 20 Jahre schon sehr viel erreicht hatte, zum einen war er verheiratet, mit einer wunderschönen Frau, welche ein Kind von ihm erwartete, zum anderen hatte er eine große Residenz in der er wohnte. Seine Frau hat jedoch eines Nachts ihre Sachen gepackt, das Kind geschnappt und war mit ihrem leibeigenen Diener durchgebrannt. Das einzigste, was sie Lorenz hinterließ, war ein Brief in dem stand, dass sie mit ihm an ihrer Seite niemals glücklich werden kann. Das Leben hatte keinen Sinn mehr für ihn und er fing an alles aufzugeben, was er noch besaß, all seinen Bestiz, bis auf die Residenz verlor er beim Glücksspiel. Als er einers Nachts stockbetrunken duch die Straßen schwankte, war er natürlich ein perfektes Abendessen für seinen Erschaffer. Dieser hatte ihn einfach ausgesaugt und zum Vampir gemacht, eine Wahl wie die meine hatte er nie. Auch musste er auf die Hilfe von irgendjemandem verzichten, das einzigste was er noch besaß war seine Residenz auf der er die Tage verbrachte. Es war ein trostloses Leben und jede Nacht streifte er durch die Wälder und näheren Siedlungen auf der Suche nach Erfüllung und Blut. Auf seiner Suche fand er leider unter anderem die Leichen seiner Frau und dem geliebten Kind. In dieser Nacht metzelte er alles Leben, dass ihm über den Weg gelaufen war nieder um mit seiner Trauer fertig zu werden. Dieses Verhalten wollte er auch an den Tag legen, als er mich das erste mal sah. Doch er sagte, dass meine Gestalt und die Art und Weiße wie ich lebte ihn so sehr fastziniert hatte, dass er es einfach nicht konnte, er hat mich von der ersten Sekunde an geliebt.
Ein Vampir kann in seinem unsterblichen Leben nur ein paar mal weinen und in dieser Nacht lag ich in seinen Armen und weinte, ich weinte aus Glück ein solches Wesen wie ihn gefunden zu haben und aus Trauer über diese herzzerreisende Geschichte, welche er mir erzählt hat. Dies schätze ich sehr, denn nie habe ich eine Person gefunden die ich so liebe wie ihn.
In Liebe Sisi

Samstag, 19. Dezember 2009

15.09.1754

Liebes Tagebuch,
nun bin ich schon 5 Tage, naja eher Nächte, eine Vampirin, langsam gewöhne ich mich an all das Ungewöhnliche in meinem neuen Dasein, ich bin nur froh, dass Lorenz da ist, denn das Lernen mit Ferdinant fällt mir noch sehr schwer ich habe meinen eigenen Willen und will mich ihm nicht unterorden, daran werde ich mich aber gewöhnen müssen, er bringt mir jedoch nur Kerndinge bei, wie das Verwandeln, auch die ein oder andere Flugstunde konnte ich schon genießen, die Landungen jedoch waren meist sehr schmerzhaft, doch das Vampirblut, welches nun in meinen
Adern fließt lässt Wunden heilen, und das schneller als ich dachte, auch meine Augen sind um einiges besser geworden ich sehe besser als früher bei Tag, dies freut mich natürlich besonders, da die Nacht schon immer etwas Besonderes für mich war. Die intiemeren Dinge wie da Saugen jedoch bringt mir mein Geliebter Lorenz bei, ich habe nun auch schon mein erstes Menschenleben auf dem Gewissen, doch davon merke ich nichts, keine Gewissensbisse, wie ich es befürchtete, alles eigentlich ganz harmlos. Die Tage in meinem Sarg, welchen Dawn mir besorgt hat sind ruhige Tage, früher habe ich auch die meiste Zeit vom Tag im Bett verbracht, doch nie habe ich so wundervoll geschlafen. An meiner alten Familie hänge ich nicht mehr, sie exestiert nicht mehr, dafür bewundern mich die drei, sie konnten sich nicht so gut losreißen, wobei sie auch nicht die gleichen Verhältnisse zu den Ihren hatten. Meine Mutter...naja sie war ein Fall für sich, mein Vater hatte immer schlagkräftige Argumente und meine Schwester, ja sie ist die einigste die ich ein wenig vermisse, doch das lasse ich mir natürlich nicht anmerken. Was mich noch ziemlich trifft ist die Tatsache, dass Lorenz seine Gefühle mir gegenüber nie zeigt, wenn die anderen dabei sind. Immer sind sie gleichgültig zueinander sogar Dawn und Ferdinant die nun schon seit 398 Jahren ein Paar sind. Keinerlei Emotionen, obwohl sie fühlen, ich spüre ihre wahren Gefühle sehr stark, manchmal machen sie mir Angst. Doch sobald Lorenz und ich alleine sind kommt er auf mich zugestürmt und küsst mich als gäbe es kein Morgen mehr, er sagt mir, wie sehr er mich liebt und dass er ohne mich nichtmehr exestieren kann. Ich habe ihn gefragt, warum er das vor den anderen nicht zeigt, vielleicht, weil ich eine Neugeborene bin? Er sagte, dass Vampire untereinander Gefühle wie Liebe niemals zeigten, denn dies sei der einzigste Punkt indem sogar ein Vampir verwundbar sei. Als ich ihm sagte, dass ich trozdem wisse was die anderen und auch er fühlten beglückwünschte er mich zu meiner dunklen Gabe, er meinete mit ein wenig Übung kann ich wahrscheinlich die Taten anderer Menschen und Vampire so beeinflussen, dass sie keine andere Wahl hatten als zu tun, was ich wünsche. Aber der Morgen bricht bald herein und ich muss mich niederlegen in mein seidiges Bett und zur Ruhe gehen.
In Liebe Sisi

11.09.1754

Liebes Tagebuch,
mein altes Tagebuch ist zusammen mit meinem Leben gestern verschwunden, ich bin ein neuer...Mensch kann ich nicht mehr sagen, ein neues Wesen. Mein Name als Sterbliche ist nun unwichtig, geboren wurde ich am 10.09.1738, getötet wurde ich am 10.09.1754. Mit meinem körperlichen Tod hat ein neues Leben angefangen, heute ist der erste Tag an dem ich die Sonne nicht mehr aufgehen sehe, nie wieder werde ich das Licht der Sonne erblicken, doch das war mir von Anfang an klar gewesen. Nun nennen sie mich Sisi, mit sie meine ich meine "neue" unsterbliche, Familie. Zum einen wäre da Lorenz, er hat mich zu dem gemacht was ich jetzt bin, sein vertrautester Freund und mein Mentor, Ferdinant und dessen wunderschöne Geliebte Dawn. Den neuen Namen gaben sie mir, damit ich mit all dem, was mich an mein altes Leben erinnert nun endlich abschließen kann. Lorenz habe ich bei meinem nächtlichen Spaziergang im Wald kennen gelernt, seine Haut glänzte im Mondschein wie ein Diamant, sofort als ich ihn sah wusste ich, dass ich diesen Mann liebe. Was ich natürlich nicht wusste, war, dass auch er es auf mich abgesehen hatte, er schien kaum älter zu sein als ich doch das war er, er war damals schon 978 Jahre alt. Wir trafen uns nun jede Nacht auf einer kleinen Lichtung um uns unsere Zuneigung zu zeigen. Vor einer Woche stellte er mich vor die Wahl, die er niemals hatte, entweder ich werde eine von ihnen oder ich würde sterben. Meine Liebe zu ihm war so groß, dass ich einwilligte eine von ihnen zu werden. Und so bin ich nun was ich heute bin, eine bildhübsche Vampirin.

In Liebe Sisi

Sisi

Name als Sterbliche: unwichtig/ungenannt
Name jetzt: Sisi
geboren: 10.09.1738
gestorben: 10.09.1754
Aussehen: siehe Bilde, bzw.folgende Bilder
Über Sisi: siehe im ersten Beitrag
Bild: